
Mit jedem Code selbstbewusster
19. Juni 2026
„Wow, die haben ganz viel an Selbstbewusstsein gewonnen!“
Mentorin Thao Nguyen über das Intensivprogramm START Coding
In dem Intensivprogramm Coding entwickeln Jugendliche kreative, technologiebasierte Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen. START-Mentor:innen und Mitarbeitenden des Bildungsträgers CodeDoor e.V. begleiten die Schüler:innen ein Schuljahr lang.
Thao Phuong Nguyen aus Potsdam ist eine der Mentor:innen und schon seit zwei Jahren dabei. Als Schülerin war sie selbst START-Stipendiatin, heute arbeitet sie nach einem Informatik-Studium als IT-Consultant – und freut sich, dass sie ihr Fachwissen beim Coding-Programm an die START Community weitergeben kann.
Worin besteht deine Rolle als Mentorin?
Wir nennen uns bewusst Mentor:innen und nicht Lehrer:innen. Wir möchten den Teilnehmenden auf Augenhöhe begegnen – die Hierarchie Lehrkraft-Schüler:in gibt es bei uns nicht. Es geht bei Coding darum, dass die Jugendlichen lernen, selbständig Ideen zu entwickeln, im Team zusammenzuarbeiten, gemeinsam zu lernen. Wir geben ein paar Meilensteine vor: bis wann brauchen sie den Prototypen, wann die finale App und zu welchem Zeitpunkt müssen die Pitches vorbereitet sein. Und wir stehen natürlich immer für Fragen zur Verfügung und geben Tipps, wenn die Teams mal nicht weiterkommen.
Gelingt den Jugendlichen das selbständige Arbeiten?
Es ist schon eine Herausforderung, sie aus ihrer Komfortzone herauszulocken. Sie sind manchmal enttäuscht, wenn sie Fragen haben und wir keine fertigen Antworten präsentieren, sondern zum Weiterdenken anregen. Aber nach und nach merken sie, dass es eine Chance ist, selbst zu entscheiden, welche Richtung sie einschlagen wollen, zu recherchieren, was die beste Lösung ist. So lernen sie im Laufe des Programms, dass sie sich etwas zutrauen und daran wachsen können.
Was treibt die Jugendlichen noch an?
Sicher auch der Umgang mit den externen Expert:innen, die wir einladen. Wir hatten in diesem Jahr zum Beispiel einen Alumnus von START zu Gast, der im ersten Stipendiums-Jahrgang war und jetzt ein Start-up mit etlichen Angestellten leitet. Und eine Alumna, die Ärztin, KI-Forscherin und Miss Germany 2025 ist. Die geben nochmal ganz andere Impulse und Feedback zu den Ideen als wir Mentor:innen. Das gibt den Zukunftsplänen der Jugendlichen einen enormen Motivationsschub.
Was ist aus deiner Sicht der größte Gewinn für die Teilnehmenden?
Als ich angefangen habe, dachte ich tatsächlich, Ziel des Programms sei es, ihnen das Programmieren beizubringen. Aber was sie eigentlich lernen: wie ein IT-Projekt oder ein kleines App-Projekt aufgebaut ist, von der Ideenentwicklung über das Projektmanagement bis hin zum Verkaufs-Pitch. Da geht es viel um Soft Skills wie Organisationstalent, Zeitmanagement, Teamwork. Sie müssen Vertrauen aufbauen im Team, Kompromisse eingehen, lernen ihre eigenen Grenzen kennen.
Diesen Lernprozess zu begleiten und zu sehen, wie die Jugendlichen in der Gruppe aufgehen, ist mega schön. Am Anfang sind sie noch sehr zurückhaltend, beim zweiten Treffen trauen sie sich schon ein bisschen mehr, sie gehen in die Diskussion, sagen ihre Meinung. Und beim Abschlusscamp und der Pitch-Präsentation merkst du: „Wow, die haben ganz viel an Selbstbewusstsein dazu gewonnen.“ Das ist toll!
Regelmäßig überprüft START die Wirkung des Programms anhand von Umfragen in Begleitung von Value for Good. So gaben zu Beginn des Kurses 2025/26 zum Beispiel 71% an, dass sie hoffen, durch die Teilnahme am Programm mehr Selbstbewusstsein und Mut zu erlangen, 85% wollten ihre Stärken und Schwächen besser kennenlernen und 90% das Programmieren von Apps. Ganz frisch liegen auch die Ergebnisse der Follow-up-Umfrage vor: Die Teilnehmenden des diesjährigen Jahrgangs zeigten in 33 von 38 untersuchten Wirkungsdimensionen eine positive Veränderung. Das zeigt. Coding wirkt und das auf vielen Ebenen!