
Jin, Jiyan, Azadî
20. März 2026
„Jin, Jiyan, Azadî“ – auf Deutsch „Frau, Leben, Freiheit“ – ist ein politischer Leitspruch aus der kurdischen Frauenbewegung, der in den vergangenen Jahren weltweit bekannt geworden ist. Der Slogan verbindet die Forderung nach Frauenbefreiung mit dem Streben nach gesellschaftlicher Demokratie und politischer Selbstbestimmung. In der kurdischen Bewegung gilt die Unterdrückung der Frau als eine der zentralen Ursachen für soziale Unfreiheit. Entsprechend wird echte Freiheit nur dort gesehen, wo Frauen gleichberechtigt und selbstbestimmt leben können.
Der Slogan „Jin, Jiyan, Azadî“ stammt aus der kurdischen Frauenbewegung und wurde international vor allem durch den Widerstand gegen den sogenannten Islamischer Staat (IS) in Rojava bekannt.
Im Jahr 2022 erhielt der Slogan weltweite Aufmerksamkeit nach dem Tod der 22-jährigen Kurdin Jina Mahsa Amini. Sie wurde am 13. September 2022 in Teheran von der Sittenpolizei wegen eines angeblich falsch getragenen Hijabs festgenommen und starb kurz darauf infolge der Haftumstände.
Ihr Tod löste landesweite Proteste im Iran aus. „Jin, Jiyan, Azadî“ wurde dabei zum zentralen Motto der Protestbewegung, die sich gegen staatliche Repression, die Zwangsverschleierung und für Frauenrechte sowie gesellschaftliche Freiheit richtete.
Damit ist „Jin, Jiyan, Azadî“ weit mehr als ein politischer Slogan. Er steht für Selbstbestimmung, Gleichberechtigung und den Zusammenhang zwischen der Freiheit der Frau und der Freiheit der Gesellschaft. Gleichzeitig ist er zu einem internationalen Symbol des Widerstands gegen Unterdrückung und für eine gerechtere Zukunft geworden.
Ein Beitrag von START-Stipendiatin Helin G.